Lebe im Leben – Krebs und Bewegung/Sport

„Sport wirkt wie ein Medikament“,

„Sport sollte neben Chemotherapie, Bestrahlung und Operation einen festen Stellenwert in der Krebsbehandlung erhalten“

„Wer sich bewegt, hat bessere Prognosen.“

Zitate: http://www.welt.de/wissenschaft/krebs/article2755879/Aerzte-empfehlen-Sport-als-Medizin-gegen-Krebs.html

Die Diagnose Krebs verändert schlagartig das Leben der betroffenen Patienten und deren Angehörigen. Sie löst Ängste, und Unsicherheit aus, verursacht Abgeschlagenheit, Appetitslosigkeit und Ermüdung. Die körperlichen und psychischen Belastungen schränken die Lebensqualität der Betroffenen stark ein.

Die Wirkungen von Bewegung/Sport bei Krebspatienten wurden in letzter Zeit vermehrt in klinischen Studien untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass körperliche Aktivität messbar dazu beiträgt, die Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung sowie der Therapie besser zu überstehen. Sie hat direkte Einflüsse auf den Verlauf einer Krebserkrankung und auch nach einer Tumorerkrankung reduziert nachweislich die Gefahr eines Rückfalls und erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Heilung.

Außerdem steigert sich die Leistungsfähigkeit und das Selbstbewusstsein wird gestärkt – was die Lebensqualität und das seelische Wohlbefinden enorm verbessern kann. Auch bislang eher inaktive Patienten können noch von einer Änderung ihres Lebensstils profitieren.

Zwischen der Menge an Sport und der Anti-Krebs-Wirkung gibt es einen direkten Zusammenhang: Je mehr Bewegung, umso größer der Effekt!

Sport ersetze die ärztliche Behandlung nicht, sondern unterstütze sie kräftig. „Die Studien zeigen alle in die gleiche Richtung“

Auch ist es bewiesen, dass besonders beim tumorbedingten Erschöpfungssyndrom (Fatigue) Bewegung hilft, die Symptome in den Griff zu bekommen und möglichst gering zu halten

Wichtig ist, dass mit dem Training nicht erst nach Beendigung einer Therapie begonnen wird, sondern möglichst frühzeitig – am besten mit Therapiebeginn.

Denn es liegt auf der Hand, dass einem der Alltag leichter fällt, wenn man kräftigere Muskeln hat. Dann ist einfach alles nicht so anstrengend.

Sport und Bewegung holen Sie aus dem Teufelskreis von Krankheit, Depression und Vereinsamung – oder, wie es Joachim Ringelnatz ausdrückt: „Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine//Kürzt die öde Zeit//und er schützt uns durch Vereine//Vor der Einsamkeit.“

Weitere Infos:

Menschen mit einer Krebserkrankung leiden aufgrund der Erkrankung oder den Nebenwirkungen der Therapie an einer Vielzahl von belastenden Begleiterscheinungen. Diese können sich u.a. äußern in: Blutarmut (Anämie), Muskelveränderungen, Schmerzen, Veränderungen an den Nervenbahnen in Händen und Füßen, einer verringerten Lungenfunktion und einem Erschöpfungssyndrom. Die Fähigkeit am Alltag teilzunehmen ist für diese Menschen stark eingeschränkt. Auch sind die psychischen Belastungen groß. Ein Trainingsprogramm kann während und unmittelbar nach der Behandlung die Intensität und Häufigkeit der Nebenwirkungen deutlich verringern.

Bis zu 40 Prozent an Muskelmasse verliert man durch normalen Prozesse des Muskelabbaus bis zum 80. Lebensjahr.

Eine Operation oder Krankheit schwächt den Körper enorm. Man fühlt sich ausgelaugt, müde und will nur noch in Ruhe gelassen werden.

Andererseits droht bei langer Bettlägerigkeit ein Teufelskreis: Die Muskeln werden immer schwächer. Das Aufstehen wird schwieriger und mühseliger. Man vermeidet jede Anstrengung. Dadurch baut sich die Muskulatur noch mehr ab. Und am Ende bleibt man nur noch im Bett.

Völliger Bewegungsmangel kann den bisherigen Muskelschwund verdoppeln.

Bereits nach zwei Tagen Bettruhe bauen sich Muskeln ab und der Kreislauf wird instabil.

Das hat erhebliche Folgen:

  • Abnahme der Muskeltätigkeit
  • Elektrolytveränderungen, Verschiebung der Körperflüssigkeiten
  • Abnahme der Herzleistung
  • Verminderung der Atmung, Ansammlung von Schleim in der Lunge
  • Gefahr der Thrombose
  • Verhornungsstörung der Haut
  • Anstieg des Dekubitusrisikos
  • Abnahme der Magensekretion, Anstieg der Obstipationsneigung (“Darmverstopfung”)
  • Verschlechterung der Wahrnehmung durch mangelnde äußere Reize und Anregung
  • Kognitive Veränderungen (Veränderung der Denkfähigkeit)
  • Psychische Veränderungen

Für weitere Informationen empfehlen wir die Lektüre der Informationen des Krebsinformationsdienstes zum Thema „Sport nach Krebs“.

 

Kirsten Kamm
06151/501796

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Physiotherapeutin seit 1983
Rückenschulleiterin
Psychoonkologische Begleitung
Kinesiologie
Burnoutberatung
NordicWalking Instructor

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