Was ist Pampersturnen?

HIPP, HIPP, HURRA, DIE PAMPERSZWERGE SIND DA ! ! !

Hallo Leute,

ich bin ein Pamperszwerg. Sicher wollt ihr auch wissen was das ist – ein „PAMPERSZWERG“?

Also, in meinem Verein gehöre ich zu den jüngsten, aktiven „Turnern“
und weil wir manchmal nicht ganz dicht sind, tragen wir eben noch Pampers.
Übrigens, ich habe mir sagen lassen, mit 12 Monaten muss man auch noch nicht ganz dicht sein!

Als ich noch nicht laufen konnte, da besuchte ich mit Mami immer eine „Krabbelgruppe“. Dort war es richtig lustig, aber leider ziemlich eng. Die Mami von meinem Kumpel hat dann was von einer „Pampers –
Turnstunde“ erzählt. Da meine Mami schon immer klagt, dass ich zu wenig Bewegung habe, sind wir zwei dann zu diesem Verein getippelt. Na eigentlich war ich da schon müde – ihr wisst ja, meine Mami sagt ich bewege mich zu wenig und deshalb quält sie mich ständig -, aber ich kann euch sagen, es war pampersaffengeil.

Noch nie hatte ich so ein großes Zimmer gesehen. Es waren auch viel mehr Kinder mit Mamis oder Papis da als in meiner Krabbelgruppe.
Ein paar von den Kindern konnten noch nicht einmal laufen, aber einige konnten es sogar besser als ich. Mit denen habe ich dann gleich ein Wettrennen gemacht., aber mir wurde schnell klar, flitzen muss ich noch üben. Manche Kinder wollten gar nicht vom Arm ihrer Mama/
Papa runter, die sahen irgendwie ängstlich aus. Also Angst hatte ich nicht, immerhin bin ich ja schon groß!

Mami hat dann mit so ner Frau gesprochen, das war übrigens unsere „Übungsleiterin“. Fand ich komisch, diese Bezeichnung, was sollte die denn mit uns üben? Sie hat sich dann gleich erst mal vorgestellt und mich begrüßt und gesagt, dass sie sich freut, dass ich mal ne „Schnupperstunde“ – Was ist das denn schon wieder? – nehmen will.

Also, die hat jedenfalls der Mami erzählt, dass allein das Bereitstel-
len von Material und Raum Kinder zu Bewegungsaktivitäten anregen.
Im Säuglings- und Kleinkindalter ist die Stimulation, die von der unmittelbaren Umgebung ausgeht, Anlass für aktive Erkundungen.
In dieser Pampersturnstunde wird den Kinder nicht direkt beigebracht oder gar geübt. In der Bewegungslandschaft mit Spielplatzatmosphäre – na, das hört sich doch schon sehr vielversprechend an –
sollen sich die Kinder ungezwungen und ohne Druck von den Eltern
bewegen und diese Bewegungslandschaft möglichst selbständig erkunden und erobern. Dabei werden vorhandene Grundtätigkeiten gefestigt und viele neue Bewegungserfahrungen gesammelt. Vor allem
Bewegungserfahrungen, die Kinder in der natürlichen Umwelt heute kaum noch machen können.
Wo können Kinder denn noch ungestört, gemäß ihren eigenen Fähigkeiten und ohne Leistungsdruck springen, balancieren, rollen, kriechen, hangeln, tragen, schieben, schaukeln, stützen?
Ja und das Tollste überhaupt! Mamis und Papis sollten nicht nur motivieren – schon wieder so ein komisches Wort – und loben und auf uns aufpassen, sondern sie dürfen auch mitmachen. Also ich war total
platt und Mami echt begeistert, ihr wisst ja, sie ist so`n Bewegungs-
freak. Es gäbe auch noch andere Angebote in der Stunde und wir sollten nur mal alles in Ruhe ausprobieren, uns umschauen, mitmachen, wenn wir möchten und am Ende der Stunde dann noch mal miteinander reden.

Na ja, und dann ging`s los. – Wir haben uns dann alle in der Mitte ge-
troffen und ein Begrüßungslied gesungen. Nach einem gemeinsamen
„Auf die Plätze fertig los“ stürmten dann alle Kinder und Eltern in die
bereits aufgebaute Bewegungslandschaft. In dem Gewimmel sah ich auf einmal meine Mami nicht mehr, na und da habe ich erst mal ziem- lich gebrüllt, denn ich hatte Angst. So groß bin ich nun auch noch nicht. Von Mamis Arm aus hatte ich dann eine ziemlich gute Übersicht und entdeckte einen Superrutschberg. Nicht`s wie hin.

Das war vielleicht ne Gaudi. Stellt euch vor, da sind sogar die „Großen“ runtergerutscht. Hoch auf den Gipfel war es ganz schön an-
strengend für mich, aber dann runter – kullern, rollen, rutschen – echt genial. Ich hätte gar nicht mehr woanders hingemusst.
Na, ja meine Mami meinte dann, wir könnten mal die tolle Matten-
schaukel ausprobieren. Habe ich dann auch, mit nem ziemlich ängstlichen Pamperszwerg. Der hat so ein komisches Gesicht gemacht, da wusste ich erst gar nicht, ob es mir in der Schaukel gefällt oder nicht. Ich habe mich dann für – find ich gut – entschieden. Es hat echt Laune gemacht.

Hier kann man ja toll hüpfen, rief Mami dann von einem riesengroßen
Gummireifen und hüpfte darauf wie ein Gummiball. Aber irgendwie hat das noch nicht so gut geklappt wie bei Mami. Schnell weg dachte ich nur.
Ja, und dann haben wir eine coole Kuschelecke entdeckt. Von dort aus habe ich erst mal alles was da so ablief in der Turnhalle ganz in Ruhe beobachtet, das war auch spannend und irgendwie wohlig, denn Mami hat mich mit einem Igel massiert, einfach wonnig.
Einige Eltern und Kinder spielten mit Toilettenpapierrollen und hatten sogar so ganz platte Pappdeckel – später habe ich dann erfahren, dass das Bierdeckel sind – Alltagsmaterialien waren das.
Auch gab es Kinder die mit Bällen verschiedenster Art spielten und die großen Leute, wenn sie gerade mal nicht schwätzten – muss ja auch mal sein – spielten mit.
Ein Kinderplanschbecken, mit Styroporteilchen gefüllt, war mein nächstes Ziel. Na so was hatte ich ja noch nie erlebt. Ein Tauchbad
besonderer Art, außerdem haben wir dann noch Styroporregen gespielt. Ein irres Gefühl. Wie so was schmeckt wollte ich dann auch noch wissen, aber Mami rief gleich neiiiiin, das darf man nicht essen,
da bekommt man Bauchweh.
An Mamis Hand bin ich dann über eine lange Bank balanciert. Wollte erst alleine, aber irgendwie bin ich zwischendrin abgestürzt. Habe mich ganz schön erschrocken. Zum Glück hat mich Mami gerettet.

Ja und dann war da noch die Wabbelmatte. Eine große dicke Matte mit vielen Bällen darunter. Also, einfach klasse, Aufstehen, hinfallen, wieder aufstehen usw.. Mich hat das total geschafft.
Die Übungsleiterin rappelte dann mit ner Dose und rief: Wer hat Lust mit mir zu singen?
Wir sind dann mal hin. Saßen auf dem Boden und dann hat die Übungsleiterin erst mal mit den Fingern gespielt. Ich habe nicht alles
verstanden, aber mal so gut es ging mitgemacht. Manche Kinder haben nur geschaut, aber die ÜL war gar nicht sauer darüber. Die großen Leute konnten das toll und Mami hat sich das Fingerspiel auch gut gemerkt, denn wir haben es zuhause noch ein paar mal gespielt.
Dann haben sich alle an den Händen gefasst – aber das wollt ich nicht – ich wollte nur Mami anfassen – und wie haben gemeinsam gesungen, geklatscht, gestampft und gehopst.

Auf einmal sangen dann alle „Alle Leut, alle Leut gehen jetzt nach Haus“. Ich heulte erst mal ein Stück, es war so schön dort und jetzt
das.

Mami hatte es offenbar auch gut gefallen und sie vereinbarte mit der ÜL, dass ich jetzt regelmäßig „turnen“ käme. Mich hat keiner gefragt, aber irgendwie muss Mami gemerkt haben, dass es mir voll gut gefallen hat.

Jetzt bin ich schon ein „Alter Hase“ und bin immer noch begeistert.
Ich bin jetzt auch schon so groß und stark, dass ich manchmal an den Stationen einfach was umbaue, weil ich ne Idee habe. Dafür werde ich sogar gelobt. Ist doch klasse, oder ?

Auch kenne ich inzwischen fast alle Handgeräte aus der Turnhalle. Mit dem Fallschirm und vielen Luftballons habe ich schon gespielt.
Zeitungspapier habe ich auch schon gerissen, mit Joghurtbechern, Blättern, Kastanien, Schaumgummi, Seifenblasen, Tüchern, Korken,
vielen unterschiedlichen Stoffen, Eierkartons, Pappröhren und vielem mehr gespielt und geturnt.

Meinem Papi hat Mami gesagt, dass ich in der Pampersturnstunde
„ganzheitlich“ gefördert werde. Wusstet ihr, dass Förderung so viel Spaß macht?

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